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Reiki

REIKI

REIKI: Reeki ausgesprochen, bedeutet universale Lebensenergie      

 Rei = universal

    Ki = Lebensenergie

REIKI ist zum einen die japanische Bezeichnung für Lebensenergie, zum anderen ist es die Bezeichnung für das System, in dem diese Heilmethode ausgeübt und gelehrt wird. Es ist dem Japaner Mikao Usui (1865 - 1926) zu verdanken, daß REIKI gefunden wurde. Die Art und Weise, wie es heute weltweit praktiziert und weitergegeben wird, basiert auf seiner Lehre.

Es ist aber gerade das Universelle an REIKI, daß es von jedermann genutzt werden kann und nicht an eine bestimmte Kultur, Weltanschauung oder Religion gebunden ist.

REIKI wird durch das Auflegen der Hände übertragen. Man kann sich selbst oder auch eine andere Person behandeln. Der REIKI-Geber verliert dabei keine eigene Energie, sondern stellt sich als Mittler zur Verfügung. Er profitiert von dieser Behandlung auch selbst. REIKI-Anwendungen sind meist sehr angenehm und gleichzeitig hoch wirksam. Was man dabei wahrnehmen kann, ist wohltuende, tiefe Entspannung und das Fließen der Energie, die durch REIKI aktiviert und geleitet wird. 

Diese Methode ist für jedermann geeignet. Auch Kinder und selbst Pflanzen und Tiere reagieren sehr positiv darauf. Woran man erkennen kann, daß die Wirkung von REIKI nicht davon abhängt, ob der Empfänger daran glaubt oder nicht. Es ist nichts weiter nötig als Aufmerksamkeit und Offenheit. Wer diese mitbringt, kann die Wirksamkeit von REIKI spüren, aber dennoch nicht verstehen. Doch wenn das Herz berührt wird, weiß es, daß es REIKI vertrauen kann. Man kann bei der Anwendung auch nichts falsch machen, denn die Energie orientiert sich stets an dem Bedürfnis des Empfängers. Unter dem Einfluß von REIKI werden die im Menschen wirkenden Kräfte harmonisiert, und es werden Reinigungs- und Heilungsmechanismen in Gang gesetzt. REIKI wirkt entspannend und stärkt das Immunsystem. Die universale Lebensenergie hilft dem Menschen bewußter zu leben und sein inneres Gleichgewicht zu finden.

REIKI ist für jeden leicht zu erlernen und damit jederzeit und an jedem Ort praktizierbar. Dazu ist es erforderlich, von einem autorisierten REIKI-Lehrer eingeweiht zu werden. Durch die dabei erfolgte Kraftübertragung vom Lehrer auf den Schüler ist nun dieser seinerseits in der Lage, REIKI für sich selbst zu nutzen. Nach der Einweihung in den ersten Grad kann man bereits sich und andere mit REIKI behandeln. Die beiden weiteren Grade bauen darauf auf und helfen dabei, sich mehr und mehr auf den eigenen inneren Entwicklungsprozeß einlassen zu können. (siehe hierzu auch: Was ist das REIKI-System )

Die Übertragung von Energie ist eine uralte Fähigkeit des Menschen, die im Laufe der Menschheitsgeschichte immer mehr verloren ging. Wir erkennen es noch daran, daß wir ganz instinktiv die Hände auf Körperbereiche legen, die uns weh tun. Durch REIKI erhält man diese Fähigkeit zurück und man lernt, die Heilenergie seinem eigenen Potential entsprechend zu nutzen.

Das Schönste an REIKI ist jedoch, daß es nicht darauf ankommt, viel zu können, zu tun und zu wissen. Viel wichtiger sind Vertrauen und Offenheit. REIKI gibt uns das, was wir brauchen, zur rechten Zeit und zu unserem allerhöchsten Wohl.

 

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Meine persönlichen Erfahrungen und Erkenntnisse dazu:

 

 

Allgemeines

Ich habe REIKI für mich als das Wertvollste erkannt, das man im Leben bekommen kann. Es ist für mich im wahrsten Sinne des Wortes etwas Heiliges. In der Arbeit mit REIKI vereinen sich die Einfachheit in der Anwendung mit einem hohen Anspruch an die innere Arbeit an sich selbst. Wenn aus meinen folgenden Ausführungen manchmal Kritik herauszulesen ist, so gilt diese nicht REIKI, sondern den Menschen, die damit umgehen, ohne sich um ein wirkliches Verständnis zu bemühen.

REIKI wird sehr unterschiedlich praktiziert. Das ist auch ganz natürlich, da es sich ja um eine universelle Kraft handelt, mit der wir es hier zu tun haben. Jeder Mensch erlebt REIKI anders und nutzt es so, wie es für ihn richtig ist. Die REIKI-Systeme, die im Laufe der Zeit entstanden sind, sind nur der äußere Rahmen, in dem REIKI praktiziert und gelehrt wird. Diese unterscheiden sich entsprechend ihrer kulturellen Einflüsse. Aber mit REIKI kann man nichts falsch machen. Deshalb sollte man sich nicht zu sehr an einem System und dessen individuellen Regeln festhalten, damit man nicht darin erstarrt. Es ist viel wichtiger, zu der freien Lebendigkeit zu finden, die REIKI vermittelt. Das ist ja gerade eine der Besonderheiten, die uns REIKI bietet. Allerdings gehört zu dieser Freiheit viel Verantwortung. Wenn man auch nichts falsch machen kann, so sollte man dennoch darin keine Aufforderung zur Unachtsamkeit sehen. Ganz das Gegenteil ist der Fall. Die wirkliche Freiheit wird erst dem zuteil, der sie sich durch Achtsamkeit und Hingabe erworben hat. 

Dies ist für jeden von uns ein langer Weg. REIKI kann uns dabei helfen, ihn zu finden. Doch dazu muß man REIKI zuerst verstehen lernen. Die Anwendung ist leicht. Jedes Kind ist dazu in der Lage, sich die Hände aufzulegen. Doch das Begreifen fällt den Menschen schwer. Es erfordert Mut und Mühe, sich aus eingefahrenen Mustern zu lösen, Überholtes loszulassen und sich der Führung durch REIKI anzuvertrauen. Und gerade weil die eigentliche Kunst nicht das Praktizieren, sondern das Verstehen ist, läuft manchmal einiges schief. Dann wird REIKI doch wieder in alten Denkmuster angepaßt und auf unterschiedlichste Weise nur noch dazu genutzt, um sich das Leben angenehmer zu gestalten. Das ist nicht der Sinn der Sache.

REIKI ist eine viel umfassendere Herausforderung und Chance. Mit seiner Hilfe ist es uns möglich, auch höchste Ziele zu erreichen. Doch bevor wir das können, müssen wir viel begreifen und uns von vielem lösen, damit REIKI wirklich den Raum findet, um wirksam zu werden.

 

 Einweihungen

Es ist auch eine Besonderheit von REIKI, daß der Kontakt zur Quelle der REIKI-Kraft an andere weitergegeben werden kann. Dies wird uns durch das Ritual ermöglicht. Der Ablauf eines solchen Rituals ist von Meister zu Meister oft etwas unterschiedlich, es ist aber dennoch ein Abbild der selben Uridee. Diese ist nicht veränderbar, sie wird nur unterschiedlich wiedergegeben. Zu diesem Muster gehört auch die Hierarchie des Schülers, des Praktizierenden und des Meisters. In zahlreichen anderen Bereichen finden wir Entsprechungen dazu. Um Mißverständnissen vorzubeugen muß man sich zuerst einmal von der Vorstellung lösen, die mit dem Wort "Hierarchie" so etwas wie persönliche Macht oder höheres Ansehen verbindet. Hierarchie im hier benutzten Sinn ist vergleichbar mit den Stufen einer Leiter, die man nur nach und nach erklimmen kann. Keine Stufe ist besser als die andere, aber sie bauen aufeinander auf, und eine bedingt die andere. Die Stufe der Meisterschaft integriert das Wissen und die Erfahrung des Lernenden und des Praktizierenden. Sie bilden seine Basis, wenngleich auch im REIKI-Meistergrad weiterhin gelernt und praktiziert wird. 

Die REIKI-Einweihung wird vom einem REIKI-Meister durchgeführt, der auch REIKI-Lehrer ist. Durch ihn wird der REIKI-Schüler mit der REIKI-Kraft verbunden.

Während also der REIKI-Schüler (I.Grad) REIKI durch praktisches Erleben erst einmal kennen- und be-greifen lernt, kann der REIKI-Praktizierende (II Grad) mit den zusätzlichen Möglichkeiten dieses Grades weitere Erfahrungen für sich machen. Und dieses Erfahren führt irgendwann auch zur Erkenntnis. Diese ist es dann, die wiederum den Meister (III.Grad) ausmacht, weil er sie in seinem alltäglichen Leben verwirklicht.

Diese Erkenntnis ist nichts Persönliches oder Individuelles, sondern universell. Wer aus ihr heraus handelt, der handelt mit SELBST-Verständnis. Und dieses SELBST-Verständnis macht vieles SELBST-verständlich.

So sollte es eigentlich sein, aber die Praxis ist oft anders. Viele "Meister" haben sich diesen Grad nur übergestülpt, wie einen Mantel, der ihnen zu groß ist. Es fehlt ihnen das eigentliche Bewußtsein für REIKI, und oft ist ihre Phantasie größer als ihr Wissen. Und, wie wir das auch aus anderen Bereichen kennen, wird dieser Mangel häufig durch besonders beeindruckendes Auftreten auszugleichen versucht. Dies wird dadurch begünstigt, daß ein REIKI-Grad heute käuflich zu erwerben ist. Es ist keineswegs immer so, daß ein REIKI-Lehrer sich die Menschen vorher anschaut, die eine Einweihung haben möchten, und prüft, ob REIKI generell oder ein weiterführender Grad für sie persönlich sinnvoll ist. Deshalb kann man sich leider auf das eigentlich SELBSTverständliche nicht verlassen. Nun müssen doch wieder Regeln, Vorschriften, Gesetze und Dogmen herhalten, um den Mangel an Bewußtsein besser schlecht als recht zu ersetzen. (siehe: REIKI und Recht)    

 

Was sind REIKI-Symbole?

Da immer wieder Fragen zu den REIKI-Symbolen, die man ab dem II.REIKI-Grad bekommt, auftauchen und Unsicherheit über ihre Schreibweise entstanden ist, möchte ich hierzu gern folgende Analogie anbieten, die vielleicht ein wenig verständlicher macht, was es mit den Symbolen auf sich hat und was wirklich wichtig ist:

Die REIKI-Symbole sind vergleichbar mit Musikinstrumenten. Sie sind dazu da, damit man mit ihnen eine bestimmte Melodie spielen kann. Diese klingt in jedem Menschen, aber man muß erst lernen, eine Resonanz zu ihr aufzubauen. Es kommt also nicht auf das Instrument (Symbol) an, mit dem die Klänge erzeugt werden, sondern auf das Musikstück selbst. Auch wenn das Instrument mal leicht verstimmt oder ein nicht so talentierter Musiker am Werk ist, kann man doch noch immer die Melodie erkennen. Wer ein gutes Gehör hat, der wird die Disharmonien vielleicht heraushören, ein anderer merkt wiederum gar nicht, daß da ein paar schräge Töne dabei sind, denn auf sie kommt es nicht wirklich an. Es ist nur wichtig, daß man erkennt, um welche Melodie es sich handelt, damit man in ihrem Rhythmus mitschwingen kann. Je deutlicher sie zu hören ist, desto leichter kann man in Resonanz zu ihr gehen. Man sollte sich deshalb stets bemühen, sein Instrument so gut wie möglich zu spielen. Aber man muß sehr aufpassen, daß man sich nicht zu sehr in das eigene Musizieren verliebt und dabei vergißt, der Melodie zu folgen. Dann hätte man den Sinn verfehlt. Wer nur auf die Töne achtet, nur sein Gehör schult und vielleicht in der Lage ist, Mißtöne zu erkennen, verzettelt sich leicht im Unwesentlichen. 

Das bedeutet, daß jedes Symbol einem bestimmten Aspekt der universellen Einheit entspricht. Sie finden ihre Entsprechung überall, so auch in jedem Menschen. Ein Symbol bringt uns wieder in Kontakt mit unserem Ursprung. Voraussetzung dazu ist allerdings, daß man eine Resonanz dazu in sich trägt. Eine REIKI-Einweihung geschieht auf rituelle Weise durch das Wirken der REIKI-Symbole im Menschen und stellt so den Kontakt zu REIKI her. Die Resonanz muß sich der Mensch jedoch durch seine innere Entwicklung und Bewußtwerdung selbst erarbeiten.

Phyllis Furumoto soll einmal zum Thema REIKI-Symbole gesagt haben, daß es nicht auf die exakte Schreibweise ankomme, sondern daß man nur erkennen müsse, um welches Symbol es sich handelt. Damit ist sicher nicht gemeint, daß man schlampig mit ihnen umgehen sollte, sondern es stellt nur klar, daß kleine Abweichungen in ihrer Schreibweise zwangsläufige Entwicklungen sind. Sie entstehen durch ihre lebendige Anwendung. Doch so lange man den REIKI-Symbolen gegenüber die rechte innere Haltung und Wertschätzung in sich trägt,  so lange werden sie auch nichts an Wirksamkeit einbüßen.

Was ist das "wahre REIKI"?

Heute wird mit dem Namen "REIKI" so einiges bezeichnet, was nicht mehr viel mit dem Ursprung zu tun hat.

Dieser Ursprung geht zurück auf Mikao Usui. Er war der erste REIKI-Meister. Seine innere Haltung und Suche machte ihn zum rechten Mann am rechten Ort. Ihm wurde die Ehre zuteil, als erster Mensch REIKI empfangen zu dürfen. Er war das erste Glied einer Kette von heute unzähligen REIKI-Praktizierenden weltweit. Die in Japan gepflegte REIKI-Tradition ist auf seine, leider nur wenige Jahre währende, praktische Tätigkeit mit REIKI aufgebaut und von seinen japanischen Schülern fortgeführt worden.

In der westlichen Welt wurde REIKI durch die Hawaiianerin Hawayo Takata verbreitet, die REIKI von einem direkten Schüler Usuis, Dr. Chujiro Hayashi, übertragen bekam. Sie hat durch jahrzehntelange REIKI-Erfahrungen die Grundlage für das REIKI-System geschaffen, wie wir es heute auch hier in Deutschland kennen und praktizieren. (Siehe auch: REIKI-Geschichte und Die Merkmale von REIKI )

 Nach dem Tod von Frau Takata 1980 wurden zwei Organisationen gegründet, die sich um die rechtmäßige Nachfolge stritten. Der spirituelle Gedanke fiel in der Folgezeit einer immer mehr zunehmenden Veräußerlichung und Kommerzialisierung zum Opfer, doch die heilende Kraft, die durch REIKI übertragen wird, ist nach wie vor ungebrochen, wenn sie aus der traditionellen Quelle stammt. Deshalb ist es jetzt bei REIKI-Ausbildungen üblich geworden, einen "REIKI-Stammbaum" auszuhändigen, der die Rückbindung an Mikao Usui belegt. Dazu gehört natürlich auch, daß die REIKI-Kraft von einem REIKI-Meister persönlich (nicht durch Ferneinweihung) an einen REIKI-Schüler übertragen worden ist. Nur so ist gewährleistet, daß es sich wirklich um REIKI handelt und nicht um eine andere Energieform aus mitunter sehr zweifelhafter Quelle.

Wer REIKI kennenlernen möchte, hat es heute nicht gerade leicht, denn es gibt eine Unzahl von Angeboten an REIKI-Behandlungen oder Ausbildungen der unterschiedlichsten Art und Qualität. Ich habe oft den Eindruck, daß es vielen Anbietern nicht darum geht, REIKI zu erleben und zu begreifen. Sie degradieren diese Kraft zum Erfüllungsgehilfen ihrer persönlichen Wünsche und Phantasien und vermarkten sie entsprechend, möglichst gewürzt mit einem exotisch klingenden Vokabular und eingepaßt in pseudo-spirituelle Erklärungsmodelle.

Deshalb ist es sicherlich schwer für einen "Neuling", für sich das Passende zu finden. Darum hier ein paar Tips, worauf man achten kann und was man vielleicht besser lassen sollte, wenn man eine REIKI-Behandlung oder Ausbildung sucht:

 

Tips für die Suche nach einem geeigneten REIKI-Behandler oder Lehrer

Die beste Art, sich auf die Suche nach einem geeigneten REIKI-Behandler oder 
Lehrer zu machen, ist die, sich auf seine innere Führung und Intuition zu verlassen. Sie führt schon zusammen, was zusammen gehört. Dennoch möchte ich gern ein paar Dinge erwähnen, die man wissen sollte und damit gleichzeitig zu Fragen anregen, die man dem Behandler/Ausbilder stellen könnte, wenn man sich dazu entschließt, REIKI kennenzulernen.

  • rechtliche Grundlage:

Eine REIKI-Behandlung kann man grundsätzlich von jedem bekommen, der mindestens in den I. REIKI-Grad eingeweiht ist. Innerhalb der Familie und dem Freundeskreis ist das auch jederzeit problemlos möglich. Wer allerdings eine Berufstätigkeit darauf begründet, Menschen mit REIKI zu behandeln oder sie darin auszubilden, muß schon ein paar Voraussetzungen  mehr mitbringen. Der gesetzlich und fachlich sicherste Rahmen ist deshalb immer noch die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde, das heißt, für denjenigen, der nicht Arzt ist, die Erlaubnis als Heilpraktiker tätig zu sein. Denn dies stellt sicher, daß der Behandler von einer unabhängigen Instanz auf seine Eignung und Zuverlässigkeit hin überprüft worden ist. "Schwarze Schafe" werden sich dieser Überprüfung eher selten unterziehen. Nur dem Arzt oder Heilpraktiker ist es erlaubt, die REIKI-Behandlung umfassend therapeutisch einzusetzen, das heißt zum Beispiel mit dem Behandelten Gespräche über seinen gesundheitlichen und/oder seelischen Zustand zu führen und aufgrund seiner Diagnose REIKI gezielt zur Behandlung dieser Probleme einzusetzen.  

Für jemanden, der diese Voraussetzungen nicht erbringt, sondern der bestenfalls seine Tätigkeit als Gewerbe angemeldet hat, ist die berufsmäßige Behandlung mit REIKI nur in sehr eingeschränktem Rahmen zulässig. Die Rechtsprechung hat Geistigen Heilern, die mehr im seelsorgerischen Sinn, ohne Ansehen der Person und der persönlichen Umstände, in immer gleicher Art und Weise die Hände auflegen, ihre Berufstätigkeit ermöglicht. Auf diese Erlaubnis berufen sich nun auch zahlreiche REIKI-Anbieter, obwohl sie sich gar nicht ausdrücklich auf REIKI bezieht. Dennoch fühlen sich nun viele Leute berechtigt, REIKI-Behandlungen und Ausbildung im Rahmen eines Gewerbes anzubieten. Solange dies unter Berücksichtigung der entsprechenden Einschränkungen geschieht, ist es vielleicht noch hinnehmbar. Meist werden diese Grenzen jedoch deutlich überschritten. Ich staune jedes mal nicht schlecht, wer sich und seine Tätigkeit alles durch diese Rechtsprechung legitimiert fühlt. Bestärkt wird diese Auffassung zusätzlich durch die Kreise, die wirtschaftlich daran interessiert sind, daß möglichst viele Menschen REIKI praktizieren. Aber dennoch, auch wenn diese Vergehen zur Zeit selten verfolgt werden, ist unter diesen Voraussetzungen vieles nicht erlaubt, was eine solide REIKI-Arbeit erst ausmacht. 

Die Rechtsprechung hat in diesem Fall das Recht auf freie Berufswahl über das Schutzbedürfnis des Patienten gestellt. Das heißt einfach ausgedrückt: das Risiko, von einem ungeeigneten REIKI-Anbieter behandelt zu werden, trägt hier der REIKI-Empfänger. Darüber sollte er informiert sein und sich ansonsten einen eigenen Eindruck von der Person des Behandlers verschaffen, bevor er sich zu einer REIKI-Behandlung oder Ausbildung bei ihm entschließt. Ich möchte in diesem Zusammenhang auch noch darauf hinweisen, daß neu kreierte Berufsbezeichnungen wie "Gesundheitspraktiker", "Biopraktiker", "REIKI-Therapeut" oder ähnlich, keine offiziell anerkannten Berufe sind. Es sind Phantasiebezeichnungen spezieller Interessengruppen, und die von ihnen ausgeübte Tätigkeit beruht auf keiner behördlichen Erlaubnis. Sie unterliegt zumeist nur den vereinsinternen Bestimmungen. Vereinigungen oder Einzelpersonen, die solche Berufsbezeichnungen tragen oder vergeben, beschreiben und bestimmen ihren Tätigkeitsbereich nach eigenem Ermessen und erteilen sich auch selbst die Erlaubnis dafür. Sie grenzen sich selbst per eigener Definition von den Heilberufen ab, und wer sich selbst Grenzen setzt, der kann schließlich nicht ganzheitlich tätig sein. Auch hier gilt alles eingangs Beschriebene gleichermaßen.

Wer als REIKI-Praktizierender die Absicht hat, die Arbeit mit REIKI zu seinem Beruf zu machen, der sollte sich also an unabhängiger Stelle eingehend informieren, bevor er eventuell seine Existenz auf sehr dünnem Eis errichtet. 

Ausführliches unter: REIKI und Recht               

  • Erfahrung:

Aber fast noch wichtiger als die rechtliche Grundlage, ist die Erfahrung, die ein REIKI-Behandler mitbringt. Er sollte bereits eine mehrjährige eigene REIKI-Praxis haben, bevor er sich der Behandlung anderer Menschen zuwendet. Da man REIKI nur durch eigenes Erleben wirklich begreifen kann, ist es erst recht für einen REIKI-Behandler unumgänglich, genügend ausreichende eigene REIKI-Erfahrungen gesammelt zu haben. Nur wer bereit ist, an sich selbst zu arbeiten, kann auch authentisch mit anderen umgehen und ihnen bei ihrem eigenen Entwicklungs- und Heilungsprozeß helfen. Deshalb ist es gerade für einen REIKI-Behandler eher von Vorteil, wenn er sich überwiegend auf die Behandlung mit REIKI konzentriert und nicht noch zahlreiche andere Methoden im Angebot hat. 

Es ist auch günstig, wenn der REIKI-Anbieter einen "REIKI-Stammbaum" vorweisen kann. Aus ihm sollte hervorgehen, daß die REIKI-Linie auf den Begründer Mikao Usui zurückzuführen ist, wann und von wem die Ausbildung durchgeführt wurde und welche REIKI-Praxis der Anbieter hat. Der REIKI-Grad ist bei einer Behandlung nicht entscheidend, eine REIKI-Einweihnung kann jedoch nur von einem REIKI-Praktizierenden mit Meister/Lehrer-Grad vorgenommen werden.

Wenn man einen REIKI-Behandler kennenlernt, sollte man alle Fragen stellen dürfen, die einem wichtig erscheinen, um sich einen persönlichen Eindruck zu verschaffen und Vertrauen zu gewinnen. Insbesondere sollte man erfragen, wie der Behandler selbst REIKI versteht. Gerade eine REIKI-Ausbildung ist eine ganz individuelle und persönliche Sache. Deshalb ist es wichtig, mit dem REIKI-Lehrer in der grundsätzlichen Auffassung von REIKI auf einer Wellenlänge zu liegen. Aber auch im umgekehrten Fall muß ein REIKI-Lehrer davon überzeugt sein, daß ein Schüler zu ihm und seinen Anforderungen paßt. Die REIKI-Arbeit ist stets ein gegenseitiges Geben und Nehmen.

  • Praxis:

Dies ist der Teil, der wohl am individuellsten ist. Deshalb wäre es wünschenswert, mit einem REIKI-Anbieter zuvor ein unverbindliches Kennenlerngespräch führen zu können. Hierbei kann man erfahren, wie der jeweilige REIKI-Praktizierende seine Behandlungen durchführt, wie lange sie dauern, welche Schwerpunkte er setzt, wie eine eventuelle Ausbildung verläuft usw. Zum Beispiel kann man nach Einzel- oder Gruppeneinweihungen, nach der Anzahl der REIKI-Schüler, die er bereits ausgebildet hat und nach weiteren Angeboten fragen. Der REIKI-Behandler sollte den Interessenten unbedingt über die Wirkungsweise von REIKI aufklären und über mögliche Heilreaktionen unterrichten. Die Behandlung oder Ausbildung sollte aber auf jedem Fall direkt und nicht als Fernbehandlung oder -ausbildung angeboten werden. Denn REIKI wird traditionsgemäß vom Meister an den Schüler weitergegeben. Es versteht sich dabei von selbst, daß diese Weitergabe stets persönlich und nicht per Ferneinweihung stattfinden muß, um wirklich wirksam zu sein. Denn gerade durch den zwischenmenschlichen Kontakt wird etwas vermittelt, daß die Verbindung zu REIKI erst wirklich entstehen läßt.  Ferneinweihungen

Bei den Preisen gibt es auch große Unterschiede. Aber nicht alles was teuer ist, ist auch qualitativ gut und umgekehrt. Die besten Vermarkter sind nicht selten die schlechtesten REIKI-Lehrer. Idealerweise ist ein REIKI-Praktizierender nicht unbedingt auf die Einnahmen, die er durch die Arbeit mit REIKI erzielt, angewiesen. Er muß sich die Freiheit bewahren können, seine Arbeit nur mit seinem Gewissen und nicht seinem Portemonnaie abzustimmen. Er soll mit, aber nicht von REIKI leben.

 

Was kann man selbst zu einer gelungenen REIKI-Behandlung oder Ausbildung beitragen?

Eine REIKI-Behandlung verlangt von beiden Seiten Offenheit und Vertrauen. Der beste REIKI-Lehrer/Behandler ist noch immer der, der einem sympathisch ist.

Auch wenn man sich auf REIKI niemals blauäugig, sondern stets nur wohlüberlegt einlassen sollte, rate ich dennoch jedem REIKI-Interessenten, vor der ersten eigenen praktischen REIKI-Erfahrung nicht zu viel darüber zu lesen und zu hinterfragen, sondern vielmehr seiner Intuition zu vertrauen. Denn was man über REIKI geschrieben findet oder zu hören bekommt, können nur die Erfahrungen anderer sein und wecken oftmals, wenn auch mitunter nur unbewußt, eine Erwartungshaltung. Diese setzt automatisch Grenzen. Wir freuen uns, wenn Erwartungen erfüllt werden, sind aber auch schnell enttäuscht, wenn dies nicht passiert. Was wir aber so auf keinen Fall erleben können, sind die kleinen und großen Wunder, die jenseits unserer Vorstellungen und Erwartungen darauf erpicht sind, von uns erfahren zu werden. Wer sich also von dieser begrenzenden Haltung freizumachen lernt und REIKI einfach nur in sich aufnimmt, öffnet sich für den Kontakt zum SELBST und einem damit verbundenen Erleben von vielleicht zuvor noch nie erfahrener Tiefe.

Das Wichtigste ist also, sich vertrauensvoll auf die heilsame Energie einzulassen. Doch man muß auch wissen, was man will - möchte man ein erfolgreiches, gesundes und möglichst problemfreies Leben oder SELBST-erkenntnis und Heilung. Auch wenn das eine das andere nicht ausschließt, so steckt in Wahrheit doch eine entgegengesetzte Absicht und Richtung dahinter. Eine, geführt von der Kraft des EGOs, das für sich und seine Welt das Beste will und eine, geleitet von der Kraft des SELBSTes, die im Einklang mit den universellen, göttlichen Gesetzen steht. Erfolg ,Glück und körperliche Gesundheit sind Annehmlichkeiten, nach denen wir gerne streben, und auch bei vielen REIKI-Praktizierenden geht es in erster Linie nur darum, sich das Leben irgendwie zu erleichtern. Das ist menschlich legitim. Doch all das hat spätestens am Ende des Lebens jeden Wert verloren. REIKI kann viel mehr, es ist die Kraft des SELBSTes. Es kann Nahrung für die unsterbliche Seele sein, wenn man es zuläßt. Wer dies wirklich will, und vor allem die bedingungslose Bereitschaft mitbringt, alles anzunehmen was ist, wer wirklich geheilt werden will und bereit ist, an dieser Heilung mit aller Kraft mitzuwirken, wird REIKI in seinem ganzen Wesen erleben.

 

REIKI als Heilmethode

Wahrscheinlich wird REIKI in vielerlei Hinsicht nicht dem entsprechen, was man sich mit unserem heutigen wissenschaftlich/medizinischen Verständnis unter einer Heilmethode vorstellt, dennoch (oder vielleicht gerade deshalb) ist es möglich, durch REIKI wahre Heilung zu erfahren.

Einer der größten Fehler, den viele REIKI-Praktizierende in den letzten Jahren begangen haben, war der, REIKI immer so zu definieren, daß seine ungehinderte Ausübung jedermann gestattet ist, ohne mit dem Deutschen Heilpraktikergesetz in Konflikt zu geraten. Dadurch wurde per Definition aus einer Heil- nur noch eine Wellness- oder Entspannungsmethode gemacht. Diese Begrenzung fand aber nicht nur in der Beschreibung von REIKI statt, sondern auch in der Bewußtheit darüber, welche heilsame Kraft REIKI tatsächlich innewohnt. Die Konsequenz ist, daß bei vielen REIKI-Anwendern die volle Entfaltung dieser Heilenergie gar nicht mehr möglich ist. 

Während REIKI bei den einen also zur Entspannungsmethode wurde, versuchen andere durch den zielgerichteten Einsatz von Energie körperliche Heilung zu erwirken. Dabei ist es aus meiner Sicht egal, ob man so den physischen Körper oder das ihn umgebende Energiefeld, die Aura, behandelt. Auf die Absicht kommt es an. Solange diese darauf ausgerichtet ist, körperlich zu reparieren oder auch psychisch umzustrukturieren, um das persönliche Wohlergehen zu verbessern, so wird dies den Möglichkeiten von REIKI keineswegs gerecht. Dennoch arbeiten sehr viele REIKI-Praktizierende auf diese Weise. Bei ihnen besteht die REIKI-Praxis aus praktischen, erlernbaren Techniken, je nach persönlicher Ausrichtung teils japanisch, teils westlich orientiert. Auf diese Weise hat der eine oder andere REIKI-Behandler bereits beachtliche Erfolge erzielen können. Dennoch reiht sich REIKI so praktiziert in die immer länger werdende Reihe alternativer Heilmethoden ein, die mit ähnlichen Techniken und Praktiken diese Ergebnisse auch erzielen können. Braucht man REIKI dann überhaupt?

In der Regel bezeichnet der Begriff "alternative Medizin" eine andere Möglichkeit zur Behandlung von Krankheiten, als die Anwendung der Schulmedizin, die ja bekennend wissenschaftlich fundiert, körper- und symptomorientiert ist. Sie ist hervorragend dazu geeignet, den Körper zu reparieren. Daß solche Reparaturen nichts Schlechtes sind, sondern durchaus überlebenswichtig sein können, muß hier sicher nicht betont werden. Dem gegenüber befindet sich der riesige Topf der Alternativmedizin, der ein beachtliches Spektrum an unterschiedlichsten Verfahren beinhaltet. Längst nicht alle verdienen es, als ganzheitlich bezeichnet zu werden, denn viele von ihnen sind, ebenso wie die Schulmedizin, nur in der Lage, die körperlichen Aspekte einer Krankheit zu beeinflussen. Es gibt auch tiefergehende Verfahren, durch die es möglich ist, auch auf die menschliche Psyche einzuwirken, aber nur sehr wenige Methoden erreichen die menschliche Seele, den einzigen Anteil im Menschen, der wirklich heilbar ist - REIKI ist eine davon, und deshalb brauchen wir sie so dringend wie nie!

Aber um dieses Ziel mit REIKI erreichen zu können, ist viel Arbeit und ein grundlegendes Umdenken und Umorientieren notwendig. Auch wenn es sehr schwer fällt, so muß man doch lernen, vom alten Denken und von alten Gewohnheiten wegzukommen, wenn man eine wirkliche Alternative sucht und man nicht nur zwischen unterschiedlichen Methoden gleicher Ausrichtung hin und her wechseln will. Wer eine wirkliche "Gesundheitsreform" haben möchte, der muß sich zu aller erst daran gewöhnen, stets sein eigenes Denken und Handeln zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern. Man kann nach alten Schnittmustern eben nicht wirklich neue Kleider nähen. 

Vielleicht macht dies ein wenig verständlicher, warum REIKI, mit falschen Erwartungen und Vorstellungen betrachtet, mitunter als wirkungslos erfahren wird. REIKI ist wissenschaftlich nicht belegbar, weil es nicht gezielt wiederholbar und messbar ist. Aber das möchte REIKI auch nicht. Wissenschaft ist etwas für den begrenzten menschlichen Verstand, REIKI ist dagegen etwas für das allwissende Herz. Es kommt  in erster Linie darauf an, was für denjenigen, der REIKI bekommt, hier und jetzt richtig und wichtig ist, um zu wirklicher Heilung zu finden. Was immer das sein mag, können wir nicht wissenschaftlichen Werken entnehmen, sondern wir erfahren es ausschließlich durch die Achtsamkeit uns Selbst gegenüber und aus der Sprache unserer Seele. REIKI hilft uns, dies zu erkennen. Denn nicht äußerlich sichtbare, spürbare oder gar meßbare Resultate sind es, auf die es ankommt, sondern das eigentliche Ziel heißt: SELBST-Erkenntnis. Diese erst führt dann wiederum zu einem wahrhaft gesunden, vitalen und erfüllten Leben. REIKI öffnet den REIKI-Empfänger nach und nach dafür, sich und seinem Leben die Aufmerksamkeit zukommen zu lassen, die ihm gebührt. Und aus der Aufmerksamkeit folgt irgendwann die Erkenntnis, und diese Erkenntnis führt vielleicht einmal zur Heilung, wenn der Mensch dafür reif geworden ist. Ein Weg, der alles verspricht, aber auch alles verlangt. REIKI hilft dem Erkrankten, die Sinnhaftigkeit seiner Erkrankung zu sehen und einen Weg aus dem Kranksein zu finden und zu erkennen, daß er für sein Leben und sein Schicksal selbst die Verantwortung trägt und als einziger in der Lage ist, daran etwas zu verändern. Alle Menschen müssen diesen Weg gehen, ob mit oder ohne REIKI. Doch für den, dessen Herz REIKI erreicht hat und dem es gelingt, loszulassen von den Erwartungen, die so oft im Alltag unser Handeln bestimmen, wird vieles möglich. 

Dies ist sicher ein nicht alltäglicher Gedanke, und wer sich etwas darunter vorzustellen vermag, der kann vielleicht ermessen, welche Aufgabenstellung er beinhaltet. REIKI kann deshalb auch nie eine Ergänzung der Schulmedizin sein, weil seine Anwendung ein anderes Denken voraussetzt. Im umgekehrten Fall jedoch kann es manchmal, insbesondere in akuten Krankheitssituationen, ratsam sein, REIKI durch andere medizinische Behandlungsmethoden zu ergänzen, so lange, bis diese überflüssig geworden sind.

 

REIKI als Berufung

Wie bereits auf der Seite:  REIKI und Recht ausführlich beschrieben, gibt es viele Dinge, die es zu beachten gilt, wenn man beruflich mit REIKI arbeiten möchte. Ich will hier aber insbesondere darauf eingehen, daß die Arbeit mit REIKI weniger ein Beruf, als vielmehr eine echte Berufung sein sollte. Ich möchte den Unterschied so definieren, daß man einen Beruf erlernen kann. Es ist sicher hilfreich, wenn man ein bestimmtes Talent dafür mitbringt, aber im Großen und Ganzen kann man alle zur Ausübung notwendigen Voraussetzungen erlernen. In einem Beruf drückt sich immer nur ein Teil der menschlichen Persönlichkeit aus. Das ist bei einer Berufung anders. Sie erfaßt den gesamten Menschen. Wenn jemand eine Berufung in sich spürt, dann geht er mit seinem ganzen Wesen in seiner Tätigkeit auf. Das kann man nicht erlernen. Aber so mancher kann seinen Beruf auch als Berufung empfinden, wenn er durch ihn sich selbst erleben und ausdrücken kann.

In diesem Sinne sollte die berufliche Arbeit mit REIKI stets eine echte Berufung sein. REIKI ist viel zu wertvoll, als daß es neben all den anderen Verfahren, die man heutzutage so im Angebot hat, gelegentlich auch mal praktiziert wird. Die Einfachheit seiner Anwendung sollte darüber nicht hinwegtäuschen, daß seine Wirksamkeit enorm sein kann. Aber um diese zu erkennen und zu fördern, ist eine besondere Hingabe an REIKI erforderlich. Doch gerade weil REIKI sehr einfach in der Handhabung ist, verführt es den einen oder anderen doch dazu, sich eine leichte und schnelle Einnahmequelle durch REIKI erschließen zu wollen. Noch ist die Grenze der Vermarktbarkeit nicht erreicht. Das Geschäft mit der Gesundheit ist ein riesiger Wirtschaftsfaktor geworden, und viele versuchen auf diesem Gebiet ihren Profit zu machen. So ist es kein Wunder, daß durch interessierte Lobbys auch gesetzliche Regelungen zunehmend mehr unterlaufen und ignoriert werden. REIKI ist von dieser Entwicklung leider nicht unberührt geblieben.

So wie in anderen Heilberufen auch, findet man bei Menschen, die sich von REIKI als Beruf angezogen fühlen, häufig ein nicht erkanntes und nicht bearbeitetes Helfersyndrom. Sie verlagern dann die Arbeit, die sie an sich selbst verrichten müßten, lieber auf andere. Sie suchen selbst nach Hilfe, Anerkennung und Liebe und hoffen, sie durch ihre Arbeit von den anderen zu bekommen. Leider wird gerade dieses Verhalten von den Betreffenden eher selten durchschaut, denn dies hieße ja, etwas daran verändern zu müssen. So aber kann man sich lange Zeit darüber hinwegtäuschen, daß man in Wahrheit selbst der Patient ist und zusätzlich noch in der Illusion verharren, anderen hilfreich gewesen zu sein.

Deshalb kann ich nur an das Gewissen derjenigen appellieren, die REIKI als Behandler oder als Lehrer zu ihren Beruf machen möchten, sich wirklich eingehend zu prüfen, was ihre eigentlichen Motive dafür sind. Ist es wirklich Berufung oder die Erwartung einer einfachen und schnellen Verdienstmöglichkeit? Sollte es Letzteres sein, so möchte ich diese Hoffnung gleich hier im Ansatz zerstören: auch wenn man durch REIKI unglaublich reich werden kann, so gewiß nicht im materiellen Sinn. Man muß viel Zeit und Geduld mitbringen, um sich REIKI und den Menschen, die man mit REIKI behandelt, ausführlich widmen zu können. Der Aufwand und die Mühe, die investiert werden müssen, stehen oftmals in keinem Verhältnis zu den Einnahmen. Aber das ist in Ordnung, denn das eigentliche Gleichgewicht im Geben und Nehmen basiert auf einem Austausch ganz anderer Art. Allein die Begegnung mit den Menschen und erst recht die Verbindung mit REIKI stellt allein schon eine große Bereicherung dar. Es muß auch sichergestellt sein, daß man stets genügend Zeit für sich hat, um all das Erlebte auch wirklich verarbeiten zu können. 

Wer diese Voraussetzungen mitbringt, wird in der Arbeit mit REIKI genau den Rahmen finden, den er vielleicht immer gesucht hat. Es wird ihm auch sicherlich selbstverständlich sein, die nötigen rechtlichen Voraussetzungen zu erfüllen, ohne nach Abkürzungen und Erleichterungen zu suchen, die ihn letztlich mehr einschränken als fördern. Nur wer bereit ist, alles von sich zu geben, der kann am Ende alles bekommen.

 

Das EGO und das SELBST

Ich habe kürzlich in dem sehr guten Buch "Geld und der Sinn des Lebens" von Jacob Needleman einen sehr zutreffenden Satz gelesen:

"Der sich weiterentwickelnde Mensch wird von sich selbst entdeckt, der verfallende Mensch erfindet sich selbst."

Besser kann man eigentlich gar nicht beschreiben, was diese gegensätzlichen Kräfte des EGO und des SELBST im Menschen bewirken. Während das EGO die trennende Kraft im Menschen ist, die bestrebt ist, ihn zu individualisieren und von der ursprünglichen Einheit zu entfernen, ist das SELBST die verbindende Kraft, die alles in sich vereint. Beide Kräfte wirken im Menschen, sind real, und jede hat ihre Daseinsberechtigung. Dennoch ist nur eine von beiden die echte und unsterbliche, und das ist das SELBST. Das EGO dient dem Menschen auf seinem Weg zur Bewußtwerdung. Es ist eine Kraft, die aus der Ordnung gefallen und übermächtig geworden ist. Doch solange sie ihre dominierende Stellung inne hat, wird sie alles daran setzen, sich selbst in Szene zu setzen und sich möglichst unentbehrlich machen. Da es aber nicht wahrhaft existiert, muß das EGO sich stets neu definieren und deshalb neu erfinden. Dies ist der Ursprung aller persönlichen Wünsche und Vorstellungen, die das EGO von sich selbst hat, und die letztlich die Wurzel allen Übels sind. Wünsche und Leid sind als Gegenpole untrennbar miteinander verbunden, und verschwindet ein Pol, so gibt es auch den anderen nicht mehr.

Leid durch die Erfüllung von Wünschen zu reduzieren, trainieren die Menschen Tag täglich. Eine zeitlang funktioniert dieser SELBSTbetrug sogar. Wie gut er organisiert ist, erkennen wir daran, daß er mittlerweile die tragende Säule unserer heutigen Gesellschaft geworden ist. Denn unsere Wirtschaftskraft kann nur erhalten bleiben und sogar noch wachsen, wenn wir uns die Illusion bewahren, daß uns die Befriedigung unserer Wünsche glücklicher und dauerhaft zufrieden machen würde. In Wahrheit aber führt dieser Weg direkt ins Verderben. Viele spüren bereits die Enge dieser Sackgasse und suchen nach einem Weg zur Umkehr. Doch es ist schwer, den rechten Pfad zu erkennen. Wer nicht bereit ist, die wirklichen Ursachen des Problems zu betrachten, wird ihn nie finden. Und diese Ursache ist die aus der Harmonie gefallene Kraft unseres menschlichen EGOs.

Nur sie macht es möglich, daß wir an unsere persönlichen Kräfte glauben. Wir sind davon überzeugt, die Welt nach unseren Vorstellungen verändern zu können. Der Mensch stellt ständig Forderungen, an Gott, an das Universum, die Welt oder den Staat. Er glaubt fest daran, daß alles nur für ihn da sei, damit er ein glückliches Leben führen kann. Wer aber fragt danach, was er für Gott, für das Universum, für die Welt oder für seinen Staat tun kann? Ich fürchte, daß das nicht sehr viele Leute tun. Hier zeigt sich, wie weit uns das EGO bereits gebracht hat. Seine Kraft ist auch die Grundlage unserer Emotionen, von denen wir uns nicht befreien können und wollen. Durch sie werden wir motiviert ein "guter Mensch" zu sein, denn  so ein Image schmeichelt dem EGO gewaltig. Wir halten eben viel zu selten inne und fragen uns ganz ernsthaft, für wen wir das alles eigentlich tun - für unser ICH oder für unser SELBST. Wenn wir diese Frage wirklich selbstehrlich stellen, wird uns die Antwort zumeist schockieren. Nur das ICH, geboren von der Kraft unseres EGOs, ist auf all diese Illusionen angewiesen. Das SELBST wertet nicht und will die Welt nicht verbessern. Es will nichts haben, weil es alles hat. Für das SELBST ist alles in (der) Ordnung und richtig, so wie es ist. 

Das SELBST ist aber die göttliche Kraft, die wahrhaftig ist. Sie zu finden und zu leben ist das eigentliche Ziel des Menschen, auch wenn er sich, gelenkt von seinem EGO, oft auf Abwege begibt. Doch was immer ein Mensch in seinem Leben tut, ist immer nur auf diesen einen Punkt ausgerichtet - die Erkenntnis. Egal ob ihm dies bewußt ist oder nicht. 

Deshalb ist es auch die primäre Aufgabe derer, die sich REIKI zuwenden, bewußt die im Menschen wirkenden Kräfte kennenzulernen und zu unterscheiden, um nicht immer wieder den rechten Weg aus den Augen zu verlieren. Für sie sollte stets SELBSTerkenntnis und SELBSTverwirklichung das oberstes Ziel sein. Sekundäre Dinge, wie Gesundheit, Glück und Wohlergehen ergeben sich auf diesem Weg meist von allein, und je weniger man sie erwartet und erhofft, desto eher wird man sie vielleicht bekommen.

Die Geschichte von EGOn und GOTTlieb

Es war einmal ein Vater, der hatte zwei Zwillingssöhne, EGOn und GOTTlieb.
Als er merkte, daß es an der Zeit war, einen Nachfolger für sich zu bestimmen, rief er eines Tages beide Männer zu sich und trug ihnen auf, aufs Meer hinauszufahren und ihm so viele Fische zu fangen, wie sie nur konnten. Die Söhne taten, was der Vater ihnen auftrug. Sie fuhren aufs weite Meer hinaus, trotzten Sonne, Sturm und Regen. Sie hatten viele Abenteuer zu bestehen und jeder von ihnen gab sein Bestes, um einen schönen Fang mit nach Hause zu bringen.

Als sie schließlich wieder vor ihrem Vater standen, hatten beide Brüder reichlich Fische mitgebracht. EGOn übergab sie strahlend dem Vater und sagte: "Schau nur Vater, wieviele Fische ich Dir gefangen habe!" Auch Gottlieb übergab dem Vater seinen Fang und sagte: "Vater, für Dich!"
Da freute sich der Vater sehr, denn er wußte nun, wer sein Nachfolger werden sollte.
Weißt Du es auch?

 

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